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Buchbesprechung: K.D. Kammerer, Der Jahrtausendirrtum der Veterinärmedizin "Bei der Verbreitung einer neuen Erkenntnis gibt es drei Phasen: Buchbesprechung: Klaus Dieter Kammerer Kammerers Buch geht weit über die Grenzen des im Titel gesetzten Themas hinaus und beleuchtet wissenschaftliche, gesundheitliche, soziologische, marktwirtschaftliche und politische Zusammenhänge im Bereich der Tierernährung. Hunde wurden bis in die 60ger Jahre des 20. Jahrhunderts fast ausschließlich mit Abfällen und Resten der menschlichen Nahrung ernährt. Der Autor postuliert einen direkten kausalen Zusammenhang zwischen dem seit damals gleichzeitig erfolgten Ansteigen der Verfütterung industriellen Fertigfutters und dem ansteigenden Auftreten chronischer und subchronischer Erkrankungen sowie einer sinkenden Lebenserwartung der Hunde, den er anhand wissenschaftlicher Studien und physiologischer Zusammenhänge untermauert. Insbesondere vertritt Kammerer, wie schon in einem älteren Werk (Torel/Kammerer, Der Dreißigjährige Krieg - Die Bekämpfung der Hüftgelenksdysplasie in Deutschland oder der Jahrhundertirrtum der Veterinärmedizin, Transanimal Verlag 1997, 1999), die Auffassung, dass die Hüftdysplasie des Hundes, ebenso wie einige andere Skeletterkrankungen, nicht erblich bedingt ist, sondern in vielen Fällen auf Fehlernährung zurück geführt werden kann. Kammerer macht für eine Vielzahl von Skeletterkrankungen systematische Fehler in den Rezepturen industrieller Fertigfuttermittel verantwortlich, so u.a. Calciumunterversorgung, Vitamin C- Unterversorgung, Vitamin A- und Vitamin D3 - Überdosierungen. Ebenfalls kritisiert Kammerer die Verfütterung von Tiermehlen, von möglicherweise genmanipuliertem Soja, von Soja generell, da dies Phytoöstrogene enthält, sowie von anderen Zusatzstoffen wie Konservierungs- und Aromastoffen. Besonders bemängelt Kammerer, dass in den überwiegenden Fällen in industriellen Fertigfuttern nicht die in natürlicher Form vorkommenden Vitamine K1 und K2 Verwendung finden, sondern das synthetische Vitamin K3 (Menadion), welches aufgrund seiner Toxizität in der Humanmedizin und in Lebensmitteln verboten ist. Kammerer stellt im folgenden physiologische Zusammenhänge zwischen den o.a. Ernährungsfehlern und weit verbreiteten Erkrankungen der Haustiere wie Hüftdysplasie, OCD und HOD her. Im Gegenzug gibt es laut Kammerer seit 30 Jahren keinerlei Erfolge bei dem Versuch, die Hüftgelenksdysplasien bei Hunden durch züchterischen Einfluß zu senken oder gar auszumerzen. Dies wertet Kammerer als den Beweis dafür, dass die HD des Hundes keine genetisch bedingte, sondern eine erworbene Erkrankung ist. Die Brisanz von Kammerers Ausführungen liegt, wie schon beim o.a. Vorläufer des Buches, in der von ihm vertretenen These, dass Skeletterkrankungen des Hundes, insbesondere die Hüftdysplasie, nicht genetisch bedingt, sondern durch das Verfüttern ungeeigneter industrieller Fertigfuttermittel sozusagen "hausgemacht" sind. Darüber hinaus gibt Kammerer einen Abriß über personelle, finanzielle und organisatorische Verflechtungen zwischen Futtermittelindustrie, insbesondere dem Unternehmen Effem/Waltham, der Bundestierärztekammer, dem VDH und der kynologischen Presse. Kammerer bezeichnet diese Interessengruppen als "HD-Kartell" und schreibt diesem eine umfangreiche Boykott- und Diffamierungskampagne sowohl gegen das Vorläuferwerk und seine Autoren als auch gegen das aktuelle Buch zu, welche in letzter Konsequenz im Jahr 1998 ein Menschenleben gekostet haben sollen. Diese Schilderung wird glaubhaft, sobald man versucht, an ein Exemplar des "Jahrtausendirrtums der Veterinärmedizin" zu gelangen. Das Buch scheint bei den meisten Internet-Buchverlagen nicht existent zu sein. Wir haben bereits im Jahr 2000 erfolglos versucht, im Internet- und im normalen Buchhandel des Buches habhaft zu werden. Untenstehend ist deshalb eine Bezugsquelle angegeben. Ebenso gibt es anscheinend keine einzige veröffentlichte Buchbesprechung, auf die man verweisen kann. Wir waren also gezwungen, selbst eine zu schreiben. Diese steht auf Anfrage Interessierten gerne zur Veröffentlichung zur Verfügung. Ernährungsbedingte Erkrankungen werden in der Humanmedizin ausführlich erforscht und diskutiert. Für einen Laien ist es einleuchtend, dass an eine gesunde Tierernährung ähnliche Ansprüche zu stellen sind wie an eine nicht denaturierte und gesunde Ernährung des Menschen.
Bezugsquelle: [Dieser Beitrag wurde von uwe am 20. März 2002 editiert.] IP: gespeichert |
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