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![]() Gedanken zur Bundestagsrede vom Hundehalter Dr. Westerwelle (FDP) vom 7.07.2000
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| Autor | Thema: Gedanken zur Bundestagsrede vom Hundehalter Dr. Westerwelle (FDP) vom 7.07.2000 |
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uwe Leithund Beiträge: 197 |
From: rassehunde.de To: guido.westerwelle@fdp.de Cc: uwe.stierand@rassehunde. Sent: Saturday, July 15, 2000 4:27 AM Subject: Meine Gedanken zu Ihrer Rede vom 7.07.2000
bitte gestatten Sie mir, Ihnen für Ihr politisches Engagement im deutschen Bundestag folgende fachlichen Hinweise zu geben und meine Gedanken zu Ihrer Rede im Deutschen Bundestag am 7. Juli 2000 mitzuteilen: der qualifizierten Bewertung der folgenden Zeilen wegen, gestatten Sie mir bitte folgende kurze Vorstellung: Der Unterfertigende (41 Jahre) ist in Sachsen Anhalt ansässig und betreibt die genehmigte, staatlich mehrfach und regelmässig kontrollierte, gewerbliche Rassehundezuchtstätte, dem "Zwinger vom Evaschacht". Der Unterfertigende ist desweiteren Betreiber der umfangreichsten und derzeitig wohl meisst besuchten deutschsprachigen Internetseiten zum Thema "Rassehunde" im Allgemeinen und im Spezifischen zum Thema sogenannter "Kampfhunde" (tägliche Besucher nachweisbar und durchschnittlich 8.000 bei durchschnittlich jeweils 12 besuchten Seiten - ca. 100.000 Pageviews pro Tag). Dieses Stimmungsbild, welches nicht der Boulevardpresse entnommen wurde, sondern an der tatsächlich hundenahen Basis, ausserhalb der Staatskanzleien, zur Kenntnis genommen werden kann, sieht etwas anders, nähmlich wie folgt aus: - Tiefe Trauer und ehrlichstes Mitgefühl für die Hinterbliebenen des türkischen Kindes - Unverständnis darüber, dass es wieder erstmal zu einem solch tragischen Unfall mit solch` hohem Verlust kommen musste, bevor die Politik sich überhaupt des Themas, worauf seit ca. zehn Jahren viele Vereine und Verbände hinwiesen, annahm. - Unverständnis aber auch darüber, dass die Politik sich mit völlig haltlosen und ungeeigneten neuen Gesetzen aus der breiten Öffentlichkeit und der, zumindest der politischen, Verantwortung zu stehlen versucht, ohne nur den Versuch unternommen zu haben, die vielfältig vorliegenden Studien, Gutachten und Vorschläge oder Angebote der kynologischen Fachwelt in die Gesetzgebung einfliessen zu lassen. - Ergebnisse dieser delitantischen Politik können nur "Schnellschüsse", wie diese nun vorliegen, sein, welche durch die verschiedensten Juristen im Land vor den zuständigen Gerichten kurz- bis mittelfristig entschärft sein werden. - Angst, wie diese in Deutschland wohl viele Jahrzehnte unbekannt war, ein liebgewonnenes und fest integriertes Familienmitglied durch die neue, das eigentliche Ziel völlig verfehlende Gesetzgebung zu verlieren, oder nur unter tierschutzrechtlich zumindest bedenklichen, wenn nicht gar gegen das TSchG verstoßenden Auflagen weiterhin zur Familie zählen zu dürfen. - Angst aber auch bezüglich der, durch die Boulevardpresse initiierte und durch diese Gesetzgebung geschürte Volksverhetzung. - Angst unter den verantwortungsbewussten Hundehaltern vor der Denunziation durch Nachbarn, Angst vor Beschimpfungen bis hin zu Steinigungen auf öffentlichen Strassen und Plätzen, Angst vor gesellschaftlicher Ausgrenzung ... internationale Situation: - mich erreichen e-mails aus den USA, in welchem von einem "DogHolocoust in Germany" die Sprache ist Herr Dr. Westerwelle, es gab und gibt nicht nur Ansätze, sondern Gutachten, von Experten der Kynologie, Stellungnahmen von Tierärzten und Verhaltensforschern, welche auch der Bundestagsfraktion der FDP bereits seit mindestens 8 Jahren immer wieder zugestellt wurden. Bürgerbewegungen, Hundevereine und Dachverbände, aber auch Einzelpersonen weisen seit ca. 10 Jahren auf die Fehlentwicklung im Lande hin. - Nur gehört wurden diese offensichtlich, weder von den Kommunalpolitikern in unterster Ebene noch von den Politikern im Deutschen Bundestag. Glauben Sie wirklich, dass es ausreichen kann, eine "aktuelle Stunde" im Deutschen Bundestag zu initiieren, um der kriminellen Energie der Hundehalter, welche Ihre Hunde zweckentfremdet trainieren und, als sowohl unkalkulierbare, als auch unbeherrschbare Waffe einsetzen? Sie dürfen mir glauben, im Zweifelsfalle sende ich Ihnen diese mal 10 Tage lang zu, wir erhalten täglich ca. 300 e-mails von Bürgern, welche Angst haben (siehe oben). Angst vor gesellschaftlicher Ausgrenzung, Angst Ihr Familienmitglied "Hund" zu verlieren, Angst vor öffentlichen Beleidigungen, Angst vor dem Auftauchen von Erschiessungstrupps der Polizei (wie in Atzendorf - Sachsen - Anhalt - , wo von der Polizei auf amtstierärztliche Weisung hin, sogar 2 Welpen im Alter von nur 5 Tagen und in Abwesenheit des Eigentümers, zusammen mit den Zuchttieren am 6.07.2000 ohne jedweden erkennbar vernünftigen Grund erschossen wurden. - Eine Strafanzeige gegen den zuständigen Innenminister und den anweisenden Amtstierarzt, sowie die ausführenden Polizisten ist diesseitig in Arbeit.) > Aber es gibt auch den Opferschutz und den Schutz vor Gefährdungen der anderen. Für uns hat die Gefährdung durch Kampfhunde eine solche Dimension erreicht, dass der Schutz vor Gefährdungen Vorrang haben muss. > Es hat überhaupt nichts mit den Freiheitsrechten zu tun, wenn man sagt, man wolle auch künftig in einem freien Land eine Art Raubtier durch die Straßen führen dürfen. Der Begriff Kampfhund hat schon fast eine verharmlosende Bedeutung bekommen. Es handelt sich um Kampfmaschinen, um Tiere, die genetisch auf ein besonders aggressives Verhalten hin gezüchtet werden, die schmerzunempfindlich gezüchtet werden und die keinerlei Hemmschwellen haben. Menschen, die solche Kampfhunde einsetzen wollen, haben augenscheinlich selber Persönlichkeitsprobleme. Aber es hat dann wohl sehr viel mit Freiheitsrechten und freier Persönlichkeitsentwicklung zu tun, Herr Dr. Westerwelle, wenn einem ganzen Volk suggeriert werden soll, dass grundsätzlich jeder Hund über 40 cm und mehr als 17 oder 20 kg ein Kampfhund, zumindest jedoch ein "gefährlicher Hund" und dessen Halter ein Krimineller sei, den es gilt auf der Strasse öffentlich zu beleidigen, tätlich anzugreifen, zu steinigen und gesellschaftlich auszugrenzen. Alles tatsächliche Vorkommnisse, Herr Dr. Westerwelle, welche dokumentiert sind. Nun, einen Hund als "Raubtier" zu bezeichnen, ohne dessen Halter zu definieren, Herr Dr. Westerwelle, geht wohl dann einen Schritt zu weit. Sind Sie sich Ihrer politischen Verantwortung für die Folgen solcher Formulierungen bewusst?? Keinen widersprechenden Kommentar, da dies genauso stimmt und richtig ist. Herr Dr. Westerwelle, das Aussetzen von Hunden, in letzter Zeit wohl verstärkt von sogenannten "Kampfhunden", ist einzig das Ergebnis jahrelanger, falscher Politik, für welche auch Sie persönlich Verantwortung tragen. Die erhöhte "Kampfhundesteuer" wird von den, - eigentlich in das Ziel aller Massnahmen gehörenden -, oft, wie auch im tragischen Fall des Hamburger Unfalls, kriminellen und mehrfach vorbestraften, polizeibekannten und ordnungsbehördlich mit Auflagen belegten "Hundehaltern" wohl grundsätzlich aus der, wie man im Volke so schön sagt, "Portokasse" oder eben gar nicht beglichen. Ein Familienvater und selbstverständlich ein verantwortungsbewusster Hundehalter, dessen Monatsbudget in der Regel etwas anders aussieht, muss schon zusehen, an welchem Ende er sparen kann, um dem Familienmitglied "Hund" das Verbleiben in seinem "Rudel", trotz der nun plötzlich bis um das Zehnfache erhöhten Hundesteuer, zu ermöglichen. Wenn dann die finanzielle Decke, Herr Dr. Westerwelle, nicht ausreicht und ein Gang zum Tierheim wegen der dortigen Überfüllung (ein Ergebnis der auch von Ihnen zu verantwortenden Politik der letzten Jahre) keine Alternative darstellt, wenn dann, bedingt durch die, politisch zumindest geduldeten, Hetzkampagnen in den Medien und auf breiter Front, sich auf eine geschaltete Anzeige in den Tageszeitungen kein neues zu Hause für den Familienhund finden lässt, dann ist für den Familienvater, wenn auch schweren Herzens, das Aussetzen des Tieres wohl im Vergleich zum "Abspritzen" (ich darf an den Straftatbestand des § 17 TSchG erinnern) das geringere Übel und wohl verbunden mit der Hoffnung, dass sich ein anderer Hundefreund finden möge, verbunden. Ja Herr Dr. Westerwelle, nun sollten Sie nicht nur die o.g. "Auffassung" vertreten, sondern schnellstens dafür Sorge tragen, dass bundesweite Aufnahmemöglichkeiten geschaffen werden, oder besser: dass die am Ziel völlig vorbeigehende Erhöhung der Hundesteuer revidiert wird und die Hundesteuer völlig abgeschafft und eine Hundehalterhaftpflicht gesetzlich gefordert wird, damit wir dann, auch den künftig mit Sicherheit nicht ausbleibenden Opfern den von Ihnen angesprochenen "Opferschutz" (zumindest finanziell) auch zukommen lassen können. Die Rechnung ist doch ganz einfach und schnell aufgemacht: Die erhöhte "Kampfhundesteuer" zuzüglich einer gesetzlichen Hundehalterhaftpflichtversicherung, Herr Dr. Westerwelle, bei völlig überlasteten Tierheimen und dem, durch die Medien verhetztem und durch die "Schnellschuss- Verordnungen" der einzelnen Bundesländer völlig verunsichertem Volk - das ergibt unweigerlich eine Welle von weiteren Aussetzungen, da können Sie die Polizei mit Hundefängern aufrüsten, soviel Sie wollen, das ist der F A L S C H E Weg, Herr Dr. Westerwelle. Ein Verbot, Herr Dr. Westerwelle, insbesondere ein von Bundesland zu Bundesland differierendes Verbot ganzer Hunderassen, das wird Ihnen die Zeit beweisen, kann nur der falsche Weg sein. Bedenken Sie bitte auch, dass die Hundehalter in Deutschland etwa 20 Millionen Wählerstimmen vertreten und die nächste Wahl kommt gewiss. Warum setzen Sie sich bitte nicht für ein Heimtierzuchtgesetz ein, in welchem - z.B. die generell staatliche Kontrolle ALLER Zuchtstätten, auch der kleinen Hobbyzuchten, ebenso geregelt wird, - wie der Begriff "Züchter" definiert und staatlich als geschützte Berufsbezeichnung anerkannt wird, und jeder Züchter, auch und insbesondere die "Hobbyzüchter", die heute bereits von uns, den gewerblichen Rassehundezüchtern, zu erbringende Sach- und Fachkenntnis nach § 11 TSchG abverlangt wird, - in dem die eineindeutige Kennzeichnungspflicht eines jeden Welpen vorgeschrieben wird, - in welchem die Aufzeichnungspflicht der Zu- und Abgänge, also die Dokumentation, an wen welcher Welpe wann verkauft wurde, zwingend gefordert wird, weitere Punkte zu einem solchen Gesetz reiche ich gerne auf Anforderung nach. Warum wird nicht von Ihnen, Herr Dr. Westerwelle, als Hundehalter eines offensichtlich über 40 cm grossen und somit, zumindest in einigen Bundesländern, als "gefährlich" eingestuften Hundes, nicht der Vorschlag eingebracht, ähnlich wie beim Autoführerschein und den dortigen Regelungen zur Fahrlehrerbefugnis und den staatlichen Prüfern, ein Hundehalterführerschein einzuführen, welcher von besonders qualifizierten und staatlich geprüften Kynologen vermittelt und von den Amtstierärzten oder durch diese berufene dritte Personen geprüft werden könnte ?
mit freundlichen Grüßen Ihr ...einfach tierisches Team bei rassehunde.de und aus dem "Zwinger vom Evaschacht" [Diese Nachricht wurde von uwe am 15. Juli 2000 editiert.] IP: gespeichert |
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Mara Welpe Beiträge: 2 |
Hallo Uwe, zu den Äußerungen des Herrn Westerwelle kann ich auch noch etwas beitragen: Eine kleine Diskussionsrunde vor ca. drei Wochen auf N-TV. Teilnehmer: Eine Moderatorin, ein VDH - Mitglied und der gute Herr Westerwelle. Herr Westerwelle: -Übergriffe von Kampfhunden auf Menschen sind vorprogrammiert, Übergriffe von Schäferhunden (auf deren Führung in der Beissstatistik er vom VDH-Mitglied hingewiesen wurde) sind unglückliche Unfälle.- Und solche Menschen wollen unser Land regieren. Wir schalteten sofort ab, nicht mehr gewillt, uns diesen Schwachsinn länger anzuhören.
[Diese Nachricht wurde von uwe am 07. Januar 2001 editiert.] IP: gespeichert |
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